Niederflurbusse mit Puppenhaus-Interieur

Die Niederflurbusse der Wiener Linien erfüllen ihre Aufgabe für Rollstuhlfahrer und Kinderwagenbesitzer ausgezeichnet.
Das zweite Konstruktionsziel ist aber äußerst fragwürdig: Im Verhältnis zur Außengröße möglichst vielen Menschen mit Körpergröße 1,60m einen Sitzplatz zu bieten – um jeden Preis.
Die Folge ist, dass der Durchschnittsösterreicher seine Knie mit akrobatischen Verrenkungen unter dem Vordersitz einfädeln muss, um die Fahrt relativ bewegungslos zwischen Sitzfläche und Vordersitz eingeklemmt zu verbringen.
Um noch mehr Miniatur-Sitzchen unterzubringen, hat man den Mittelgang so eng wie nur möglich gestaltet. Die Folge ist, dass man darin kaum aneinander vorbeikommt. In chronisch überfüllten Bussen, die früher als Doppeldecker ausgeführt waren, muss an jeder Haltestelle ein Viertel der Fahrgäste aussteigen, um den in der Gangmitte eingeklemmten Leidensgenossen das Aussteigen zu ermöglichen.
Besonders prekär ist dies beim 13A ab Mariahilferstraße, der viele Fahrgäste mit Einkaufstaschen aufnimmt. Bei den Wiener Linien fühlt man sich dort so freundlich aufgenommen und transportiert wie von einer rumänsichen Schlepperbande.

(4.18 von 5 Sternen, Durchschnitt nach 11 Bewertungen)
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