Digitales Fernsehen: 3 Geräte für eine Aufnahme

Digitales Fernsehen: 3 Geräte für eine Aufnahme
SAT-TV Aufnahmen mit dem Festplattenrecorder Sharp DV-HR350

Der einzug des digitalen Fernsehens hat nicht nur Vorteile mit sich gebracht.

Meist leidet die Bequemlichkeit und Benutzbarkeit darunter.
Früher hat es gereicht den Fernseher einzuschalten um TV zu schauen. Durch DVB-T (terrestrisch) bzw. DVB-S (Satellit) und DVB-C (Kabel) benötigt man in der Regel ein eigenes Decoder Gerät. Also 2 Geräte und 2 Fernbedienungen.
Um die Lautstärke zu ändern braucht man die TV Fernbedienung, um den Kanal zu wechseln die andere Fernbedienung. Trotzdem besitzt die DVB-(T/S/C) Fernbedienung einen eigenen Lautstärkenregler. Wer dort leiste dreht bzw. auf stumm schaltet kann am Fernseher noch so laut drehen, man wird nichts hören. Gerade ältere oder technisch weniger versierte Menschen kann das zur Verwirrung und Frustation treiben.

Die Steigerungsstufe ist dann nur noch ein extra Festplattenrekorder. Die Folge: 3 Geräte und 3 Fernbedienungen!

Am Beispiel vom Sharp DV-HR350 zeigt sich, dass man Aufnahmen von einem Sat-Receiver zur Qual werden.
Folgende Schritte sind nötig um eine Aufnahme zu Programmieren:

1. TV: einschalten
2. Festplattenrekorder: einschalten und 1 Minute warten bis er gebootet hat
3. TV: auf richtigen AV Eingang schalten
4. Festplattenrekorder: Timer/Programm/Check auswählen
5. Festplattenrekorder: Timer auswählen
6. Festplattenrekorder: Datum, Programm: L2 (Eingang für Satreceiver), Start, Stopp wählen
7. Festplattenrekorder: Timertaste drücken
8. Sat-Reiver: einschalten und hoffen der richtige Eingang wird automatisch ausgwählt, ansonsten: manuell
9. Sat-Reiver: Programm auswählen
10. Sat-Reiver: Menü: Timer verwalten, Videorekorder-Timer auswählen
11. Sat-Reiver: gleiche Start und Stopp Zeit wie am Festplattenrekorder eingeben
12. Hoffen, dass sich die Sendezeit nicht ändert

12 Schritte für eine “einfache” Aufnahme!
Was bei terrestrischem Betrieb mittels dem eingebauten Empfänger sich noch in Grenzen hielt ist für den digitalen Betrieb schlichtweg unpraktisch.

Der Sharp DV-HR350 zeichnet sich außerdem durch lange Reaktionszeiten und umständliche Menüführung aus.

Die Frage ist, wie kann man das Problem lösen?
Einige Festplattenrekorderhersteller bieten Infrarot Sender für den Satreceiver an. Somit muss man zumindest am Sat-Receiver keine Aufnahmeeinstellungen mehr vornehmen.
Sollte jedoch irgendein anderer im Haushalt der nichts von der Aufnahme weiß den Sender wechseln ist die Aufnahme unbrauchbar.

Die wohl bessere Möglichkeit wäre mehr auf All in One Geräte zu setzen. Also z.B. ein Fernseher mit eingebautem SAT-Receiver und “Videorekorder” (z.B. auf einen Flash Speicher).

Als sinnvolle Alternative zu einem Festplattenrekorder wäre ein Satreceiver mit eingebauter Festplatte für Aufnahmezwecke. Mittels EPG würde sich bequem eine Aufnahme programmieren lassen ohne extra die Daten eingeben zu müssen.

(4.20 von 5 Sternen, Durchschnitt nach 5 Bewertungen)
Loading ... Loading ...


1 Kommentar zu “Digitales Fernsehen: 3 Geräte für eine Aufnahme”

  1. march sagt:

    Im Prinzip stimme ich zu, aber die Geschichte ist vielschichtiger:
    Die Entwicklung der verschiedenen Teile geht nicht parallel und die Hersteller sind auch nicht immer dieselben “Big Player” = der Kunde hat die Wahl Komponenten beliebig zu wählen und zu kombinieren.
    Zu bemängeln sind mA:
    Die Interoperabilität: es gab zB Videorecorder, die über IR darüber platzierte Receiver zum Zeitpunkt der Programmierung aufweckten und steuerten.
    Es sollte auch problemlos technisch möglich sein, einen I2C-Bus im Scart-Stecker zu ergänzen (Daisy Chain?).
    Man hat es auch verabsäumt zB Firewire – wie ursprünglich vorgesehen – als Multimediabus auszubauen.
    Diverse programmierbare Fernbedienungen: einige können durchaus über Macrofunktionen geräteübergreifend steuern = TV + Receiver + Recorder über eine Tastenebene. Deren Programmierung ist aber meist auch halbgar gelöst bzw. oft reagieren Geräte auf mehrere Codes, aber mit feinen Unterschieden, angefangen beim Ein/Ausschalten (2x Power oder aber Kanal für Einschalten). Obendrein haben viele Receiver noch eine eigene Lautstärkesteuerung – wenn die leise geschalten sucht man uU vergeblich nach dem Fehler.
    Es wäre höchst logisch gewesen, von den Herstellern seit dem Sat-Receiverboom eine übergreifende Schnittstelle vorzuschreiben.
    Abseits der TVs selbst gibt es zwar universelle Geräte (Dreambox zB) – hier kannibalisiert die PC-Technik die klassische U-Elektronik-Branche. Fragt sich, wann es dieser weh genug tut und sie handelt.
    Mein Favorit ist bis dahin der all-in-one PC mit USB Tunern (soweit man mit der Bilddiagonale auskommt).

Einen Kommentar hinterlassen